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Bindungsprobleme –euer Ernst?

Hand hoch! Wer kennt es... dieses neumodische Wort „Bindungsproblem“.

Egal ob Bindungsangst, Bindungsphobie oder was auch immer - Menschen mit Bindungsproblemen gibt es en masse. Unsere heutige Gesellschaft (vor allem die jüngere Generation) hat offenbar ein großes selbst kreiertes Bindungsproblem. Man liest und hört es immer wieder, viele identifizieren sich mit dieser modernen Neurose.

Fraglich, ob das vielgenannte Bindungsproblem hier die Schuld an dem weit verbreiteten Single-Dasein hat, oder ob die Menschen vielmehr ein Problem damit haben, (zu) sich selbst zu finden. Den meisten fehlt wahrscheinlich einfach die Geduld und die Zeit dafür, sich mit sich selber auseinander zu setzen. Natürlich obliegt dieses Finden und Streben nach der eigenen Persönlichkeit immer einer stetigen Veränderung. Was wäre der Mensch ohne Veränderungen? Aus Fehlern würde bestenfalls niemals gelernt werden.

Ich gehe schwer davon aus, dass auch die fast unerschöpfliche Auswahl an potentiellen Partnern hier eine Rolle spielt. So war früher noch der Radius einen passenden Partner zu finden durch Verkehrsmittel und Medien relativ begrenzt, so erweitert sich dieser Radius im Zeitalter des Internets jedoch ins unermessliche. Den ein oder anderen wird das sicherlich derart irritieren, das hier schwer eine Entscheidung bezüglich der Partnerwahl getroffen werden kann, welche man letzten Endes vielleicht sogar bereuen könnte. Entscheidungen, eine feste Bindung einzugehen, werden weder besonders gerne noch übereilt gefällt. Lieber springt man von Bekanntschaft zu Bekanntschaft immer in der Hoffnung, das Beste gefunden zu haben. Oder zumindest Ausschau nach dem Besten zu halten, um die nächstbeste Gelegenheit direkt beim Schopfe packen zu können.

Gerade Menschen, deren Streben nach Höherem und etwas Besserem besonders ausgeprägt ist, argumentieren ihre „Entscheidungsschwäche“ gerne mit dem Zauberwort Bindungsangst. Oftmals natürlich völlig unbegründet. Anstatt bei seinem Gegenüber erst einmal nachzufragen, wie man sich allgemein denn eine Beziehung vorstelle, nehmen die meisten von vorneherein schon wieder reiß aus, weil sie schlichtweg überfordert mit der Situation sind.

Ich würde mich selber durchaus als Beziehungsmenschen einstufen, doch bin ich auch schon immer gut mit dem Single-Leben klargekommen. Meine längste Beziehung hielt mal 7 Jahre. Nachdem ich diese aufgrund diverser Stolpersteine beendet hatte, fiel ich zwar erstmal hin, stand aber auch relativ schnell wieder auf und kostete mein neu gewordenes Single-Dasein über 3 Jahre am Stück aus.

Diese 7 Beziehungs-Jahre waren durchwachsen von ewigen Hochs und Tiefs (Details spar ich mir an dieser Stelle), trotzdem muss ich ehrlich zugeben, dass ich mich selber auch noch Jahre später dabei erwischte, immer wieder denselben Typ von Mann attraktiv zu finden, der meinem damaligen Freund ähnelte.

Leider gehörte dieser Typ von Mann stets in Kategorie "Arschloch-Typ", aber was solls… Ich möchte nicht behaupten, das ich viele meiner Jahre an diese Art von Männer verschwendet habe, bin jetzt auch nicht froh über jedes Arschloch was mir in der Zeit über den Weg gelaufen ist, aber diese ganzen Erfahrungen machen einen eigentlich erst zu dem, was man ist.

Wie viele andere Frauen neige auch ich dazu (zumindest war es in der Vergangenheit immer so) etwas zu wenig Stolz und Selbstachtung zu haben, um mich als Person und charakterfeste Persönlichkeit in einer Beziehung durchzusetzen. Oftmals wurde gehandelt und gelebt, um dem Partner zu Gefallen und um Anerkennung anstelle von fehlender Liebe oder Zuneigung zu finden. Keine Ahnung, ob es diesbezüglich auch Vertreter der männlichen Spezies gibt, aber die Dunkelziffer wird hier wahrscheinlich nicht so hoch sein wie bei den Damen. Rückblickend betrachtet, habe ich wahrscheinlich zu vielen „schlechten“ Männern eine Chance gegeben, und sehe in ihnen viel zu lange etwas Gutes, obwohl das Schlechte immer relativ schnell überwiegt.

Natürlich hatte auch ich als Kind stets einen vorgefertigten Plan von meinem Leben – zumindest in meinem Kopf. Mit 21 heiraten, mit 24 das erste Kind, mit 27 das zweite 2 Kind (zuerst einen Jungen, danach ein Mädchen), auf dem Land zu wohnen mit vielen Tieren und einer ganzen Menge Platz.

Zurück zur Gegenwart. Ich wohne alleine in einem viel zu kleinen Appartement. Habe zwar Tiere (hier sind durchaus Parallelen zu erkennen) aber eigentlich keinen Platz. Im Grunde genommen ist alles gut so wie es ist, mir geht es bestens. Meistens jedenfalls. Immer öfter jedoch stelle ich fest, dass andere Menschen nicht verstehen, warum ich immer noch „ungebunden“ und kinderlos in einer viel zu kleinen Wohnung lebe. Natürlich wünsche ich mir einen Mann, für den ich das Allerbeste bin, was ihm je passiert ist. Der mich auf Händen trägt und mir jeden Wunsch von den Lippen abliest - welche Frau wünscht sich so etwas nicht. Allerdings haben die Jahre gezeigt, dass es mir mittlerweile wichtiger ist jemanden zu finden, der mit mir auf Augenhöhe ist, und der sein Leben auch ohne meine Hilfe meistert. Ich benötige keinen Versorger. Ich bin berufstätig und verdiene mir meinen Lebensunterhalt alleine. Natürlich gab es Hin und Wieder den ein oder anderen Mann in meinem Leben, aber irgendetwas hat mir bisher immer gefehlt. Vor allem Eigenschaften die früher selbstverständlich waren (Vertrauen, Respekt, Treue, Ehrlichkeit, Zusammenhalt) sind in der heutigen Zeit immer schwerer zu finden. Ich habe ein paar Exfreunde, einen davon habe ich wirklich von ganzem Herzen geliebt, wobei ich heute nicht mehr sagen kann, woran das letztendlich lag. Er war weder besonders nett, noch sonderlich feinfühlig geschweige denn ein Vorzeige-Mann.

Man hört immer so oft „Nicht suchen, besser finden lassen.“ Aber sind wir mal ehrlich... Wenn ich rund um die Uhr in meinem Büro oder in meiner Wohnung hocke, hilft mir dieser ganze "lass dich finden"-Unsinn auch nicht weiter. Es sei denn du hast wirkliches Interesse daran, deinen Postboten oder Pizza-Lieferanten näher kennen zu lernen. Man sollte schon aktiv und unternehmungslustig sein, sonst wird das nix mit dem Suchen/Finden.

Aber ist das wirklich das Einzige was einen in meinem Alter beschäftigen soll? Ist das der Sinn des Lebens? Familiengründung inkl Nestbau? Jeder hat und setzt in seinem Leben andere Prioritäten. Und gerade diese Prioritäten verändern sich auch mit der Zeit. Ich glaube mittlerweile geht es eher darum, sich erstmal selbst zu kennen und auch so zu akzeptieren. Völlig gleich ob dies der gesellschaftlichen Norm oder dem aktuellen Umfeld entspricht. Woher soll man auch wissen, was man will, solange man eigentlich nicht genau weiß, wer man überhaupt ist?

Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass ich mich in den letzten Jahren sehr verändert hab. Wahrscheinlich hat sich mit den Jahren einfach die Fähigkeit mehr und mehr ausgeprägt, mir mancher Dinge bewusst zu werden, die im Unterbewusstsein sonst verloren gegangen wären. Gerade Selbstreflexion ist in der heutigen Zeit so unheimlich wichtig.

Natürlich gab es auch in meinem Lebens einige Schlüsselmomente, wo mich völlig unbeschönigt die geballte Ladung purer Selbsterkenntnis wie aus dem Nichts getroffen hat. Rückblickend war ich da jedesmal sehr dankbar für - wer weiß wo ich sonst heute stünde.

Bei mir ist mit der Zeit ist einfach die Angst verschwunden, ich Selbst zu sein. Ich habe die Erfahrung gemacht je mehr ich selber ICH bin (ICH, wie ich wirklich bin und wie ich immer sein wollte), desto eher ziehe ich auch Männer an die genau das wollen, nämlich mich.

Mich, unkontrollierbares über die eigenen Füße stolperndes wandelndes Chaos, das sich selbst in den Seitenstrassen ihrer Wohngegend ständig verfährt, mich phasenweise versoffene kaltschnäuzige dusselige Irrsinnredende Verrückte, die nicht besseres zu tun hat, als alle immer zu korrigieren und bei Wikipedia ständig zu googeln und anderen zu beweisen, dass sie doch im Recht ist. Ich kann im Gegenzug aber auch stundenlang auf einer Wiese sitzen und total verzückt meinem Hund beim Löcher-Buddeln oder Spielen zusehen. Das erfüllt mich mit Glück - mit richtigem ECHTEN Glück. Und genau so wird man(n) mich eines Tages lieben – so wie ich bin.

Das Geheimnis glücklicher Liebe ist absolute Zufriedenheit mit sich selbst und vor allem in erster Linie Akzeptanz seines Partners. So ist es nunmal in Freundschaften und genauso sollte es auch in der Liebe sein.

25.4.16 20:59, kommentieren

Warum Frauen keine netten Männer lieben

Hand hoch! Wie viele verzweifelte Männer gibt es da draußen, die sich selbst als nett, verständnisvoll und zärtlich einstufen und trotzdem Sonntagabend alleine vor dem Fernseher sitzen und ihrem Vorbild Kai Pflaume (ein augenscheinlich netter, verständnisvoller aber auch ein Frauentyp) die Frage ihres Lebens stellen: “Warum will mich keine Frau?”

Bevor ich das beantworte, definieren wir mal die typischen Merkmale eines Mr. Nice Guy. Nur damit sich auch die Männer wieder erkennen, die sich morgens in grenzenloser Selbstleugnung mit einem Poster von Sylvester Stallone vor dem Badezimmerspiegel rasieren.

Du hast in Deinem Freundeskreis Unmengen von hübschen, intelligenten Frauen, von denen Du jede einzelne irgendwann einmal begehrt hast. Jede dieser Frauen hat Dein Geständnis – vorgetragen in einem edlen italienischen Restaurant, in der Hand ein Strauss mit 1.000 roten Rosen (mindestens!) – folgendermaßen quittiert: “Du bist echt ein netter Kerl und ich habe Dich wahnsinnig gern, aber nur als Freund”.

Und weil Du so ein echt netter Kerl bist… hast Du Dich der Bitte “Lass uns doch weiterhin Freunde bleiben, ja?” gebeugt, statt der Schlampe Dir gegenüber zu sagen, dass sie für das teure Essen wenigstens einmal die Beine breit machen könnte.

Zum Beispiel so, wie sie es für ihren monatlich wechselnden Idioten von Freund tut, der sie mindestens zweimal die Woche verprügelt und außerdem mit ihrer besten Freundin fremdgeht. Woher Du das weißt? Du bist schließlich ihre Telefonseelsorge. Deine Nummer ist bei Deiner Freundin ganz oben auf den Schnellwahltasten ihres Telefons gespeichert. Natürlich unter “Oma” oder “Tanja”, denn die südländischen Macker, mit denen sie derzeit herumhängt, sind rasend eifersüchtig. Meistens ruft sie nachts um 3 an, wenn das Veilchen gerade frisch blüht und sie ungeachtet dessen noch vor 5 Minuten Versöhnungs-Sex mit ihm hatte. In schöner Regelmäßigkeit stößt sie Dir mit “Wenn er doch nur ein bisschen so wäre wie Du!” die verrostete Nagelfeile tiefer ins Herz, während sie Dir Dein C-Hemd mit wasser- und waschmittelfester Wimperntusche verschmiert.

Ein bisschen so wie Du? Mädel, hier sitzen 100%, warum bekommst Du das nicht in Deinen dummen blonden Schädel? Trotzdem wartest Du, denn Du bist Dir ganz sicher, dass sie irgendwann dieses Muskelbepackte Wanzenhirn abschießen und merken wird, dass DU der Richtige bist. Ja, und die Zeit gibt Dir in einem Punkt recht: eines Tages steht sie vor Deiner Tür und heult, bis sich Dein Laminatboden wellt. Er ist weg, durchgebrannt, ein Arsch der nur mit seinem Schwanz denken kann und Du hättest ja so recht gehabt und überhaupt. Du bist sozusagen seit Jahren bereit zur Übernahme und krempelst schon die Ärmel hoch, da sagt sie plötzlich “Du, Dein Freund, der Sebastian.. ist der eigentlich noch solo?”. Und in genau dem Moment wünscht Du dir die Hexenverbrennung zurück.

Aber weil Du ein echt netter Kerl bist….

…bist Du ihr Trauzeuge, wenn sie nächste Woche Sebastian heiratet.

Deine Exfreundinnen, die sich für kurze Zeit in einem Anfall von Mitleid (und weil barmherzige Hilfsorganisationen gerade “in” waren) in Dein Leben verirrt haben, reden ausnahmslos nur Gutes über Dich. Und zwar, dass Du zärtlich, verständnisvoll und ein guter Zuhörer bist und immer für sie da warst, wenn sie Dich brauchten. Und dass Du natürlich der beste Partner bist, den eine Frau sich wünschen kann. Doch den Satz “Du bist mein bester Kumpel und der einzige, der mich wirklich versteht!” hast Du so oft gehört, dass Du inzwischen das Copyright darauf haben müsstest. Auf die Frage, warum sie Dich dann verlassen haben, sagen sie, dass sie es selbst nicht wissen und es wahrscheinlich irgendwann bereuen werden… Alle Welt denkt jetzt, dass Du eine riesengroße Niete im Bett bist. Du bereust, dass Du in eurer Beziehung deine Sado-Maso-Fesselphantasien aus Rücksichtnahme nicht ausgelebt hast.

Aber weil Du ein echt netter Kerl bist… bist Du auch nach der Trennung noch zärtlich, verständnisvoll, ein guter Zuhörer und immer für sie da (auch wenn Dir im Unterbewusstsein irgendwie klar ist, dass sie so nicht wirklich etwas verloren haben und Du einfach nur blöd bist).

In der Disco führst Du oft lange und ernste Gespräche mit Frauen. Du hast Ihnen nach einer hitzigen Tanzphase ein Glas Wasser gereicht und Ihnen Komplimente über ihre Ausstrahlung und ihre Ohrringe gemacht. Jede ist beeindruckt von Deiner Intelligenz, Deinem Wissen, Deinem Humor und Deiner zurückhaltenden Art. Sie freut sich über Dein Interesse an dem was sie tut und was sie bewegt. Alle anderen Männer, die sie sonst ansprechen würden, seien nämlich nur auf das Eine aus. Wenige Minuten später verlässt sie mit dem dubios aussehenden Typen, der eure Unterhaltung mit den Worten “Du hast einen geilen Arsch! Kommst Du noch mit zu mir?” unterbrochen hat, die Disco.

Aber weil Du ein echt netter Kerl bist… fährst Du ihr hinterher und wartest vor dem baufälligen Plattenbau in einer Gegend, in der Du nicht mal einer 80jährigen Nonne über den Weg trauen würdest, dass sie wieder heraus kommt. Im Morgengrauen verlässt sie mit verheultem Gesicht und zerrissenen Klamotten panikartig das Gebäude. Du fährst das zitternde Häufchen Elend nachhause und sie verspricht dankbar, sich bei Dir zu melden. Ca. 10 km Rückweg vergehen, bis Dir klar wird, dass ihr eure Telefonnummern gar nicht ausgetauscht habt.

Du hast Dich wieder erkannt? Du sitzt vor dem Bildschirm und rufst seit 10 Minuten “Ja, genau! Aber WARUM ist das so?”

Grund 1: Jemand, der einer Frau zu jeder Tages- und Nachtzeit so gut zuhören kann wie Du, ist selten. Und das ist Dein Todesurteil, denn um es mal mit den Worten einer Bulimikerin auszudrücken: “Ich esse nie dort wo ich kotze”. Das heißt für Dich, dass sie zwar gerne ihre Sorgen bei Dir ablädt, sich ihren Spaß aber woanders und nicht bei Dir – ihrer seelischen Müllhalde – holen wird.

Grund 2: Nette Männer sind langweilig. Sie verbreiten nicht dieses prickelnde Versprechen eines aufregenden Marlboro-Mann-mit-Drei-Tage-Bart- Abenteuers. Frauen sind Pferdeflüsterinnen; sie wollen wilde Hengste zähmen und nicht auf dem Pony-Karussell reiten.

Grund 3: Frauen wissen nicht, was sie wollen und sind dankbar, wenn ihnen jemand die Entscheidung abnimmt. Männer wie Du, die Ihnen alle Wege offen lassen und ihnen signalisieren “Es wird so ausgehen, wie Du es magst, ich werde all das tun was Du sagst, ich werde da sein, wenn Du nach mir fragst” werden leider auch irgendwann fragen müssen “Äh…Wo willst Du hin?” wenn ihre Angebetete mit dem Kerl abzieht, der ihr sagt “Du willst mit mir ins Bett, gib es zu!”.

Grund 4: Wohl der entscheidende Faktor ist die Tatsache, dass irgendwo in dem großen Buch der menschlichen Geschichte verankert ist, dass nette Männer nicht mit netten Frauen zusammen kommen dürfen. Anscheinend ist das ein physikalisches und psychisches Polaritätsproblem, vergleichbar wie bei einem Magneten. (+) und (+) stoßen sich nun mal ab. Was bedeutet das also für Dich? Werde ein rücksichtsloses Arschloch, dem die Gefühle einer Frau völlig an den Sackhaaren vorbeigehen.
Aber weil Du ja ein echt netter Kerl bist… wirst Du weiterhin Deiner Linie treu bleiben und darauf hoffen, dass sich irgendwann die physikalischen Gesetze ändern

nett is’ nix für’s Bett

… oder warum nette Jungs bei Frauen nicht landen können

Ein Freund erzählte mir kürzlich, dass er sich mit einer wundervollen Frau verabredet hatte. Und Max, so ist sein Name, erwartete einen ebenso wundervollen Abend. Mit einer Frau, hinter der er schon eine halbe Ewigkeit her war. Deren Wagen er regelmäßig in die Waschstraße fuhr und für die er im letzten Frühjahr sogar die Wohnung gestrichen hatte. Eine Frau, die noch nie mehr zugelassen hatte als eine flüchtige Umarmung zur Begrüßung und zu der mein freundschaftlicher Rat “Lass die Finger von der, die macht dich nur unglücklich” passte wie die Faust aufs Auge.

Am Tag nach dem Date erzählte mir Max Einzelheiten: Schickes Restaurant, Kino und Discobesuch, danach fuhr er sie nach Hause, sie lud ihn noch zu einem Schlummertrunk ein. Und wie’s halt immer so ist: Sie erzählten die ganze Nacht hindurch, und schließlich hatte er soviel getrunken, dass es unverantwortlich gewesen wäre, sich noch ans Steuer zu setzen. So kam es, dass er bei ihr übernachtete. “Es war fast perfekt”, schwärmte er mir vor. Nur eine Kleinigkeit fehlte zu seinem Glück: Sie hatten keinen Sex. Er schlief nicht einmal im gleichen Bett mit ihr. Was war passiert ? Die Antwort habe ich schon gegen: Nichts !
Statt einer von Max langersehnten Liebesnacht erfuhr der arme Kerl die schlimmste Kränkung, die aus dem Munde einer Frau nur kommen kann. Sie besteht aus vier kleinen Worten: Du – bist – echt – nett. Den folgenden Satz beginnt frau dann immer mit “Aber”. Daran schließt sich ein Lobgesang auf den gerade abservierten Mann an.
Hört mann den Nett-Satz, kann er sich sämtliche sexuellen Phantasien mit ihr für immer abschminken, gar nicht zu sprechen von der Aussicht auf eine längere Beziehung. Schlimmer aber noch: Er wurde degradiert zu einem Mann zweiten Ranges, zu einem sogenannten “guten Freund”. Das gleicht einer Verbannung, weil jeder Mann nach diesem Satz genau weiß, dass er den ersehnten Status des Sexual- und Lebenspartners nie mehr erreichen wird.

Aber wie fängt das ganze Elend überhaupt an ? Im Vorfeld des “Du-bist-nett”-Satzes lernen Frau und Mann sich kennen. Er ist gerne mit ihr zusammen, und ihr geht’s genauso. Mann denkt:”Wow, was für eine tolle Frau.” Frau denkt:Man, der ist echt nett. Aufgepasst! Bis zu diesem Zeitpunkt ist das Attribut “nett” noch positiv zu werten. Ein gedachtes “nett” im Kopf einer Frau hat noch lange nicht den Stellenwert, den es bekommt, wenn das verdammte Wörtchen in der Gegenwart des betroffenen Mannes ausgesprochen wird. Noch gibt es also die Möglichkeit, dass ihre Meinung sich ändert und an die Stelle des “nett” starkes Herzklopfen tritt. Wenn das besagte Wörtchen aber seine Halbwertzeit verliert, hat der Mann verloren. Wie man daran sieht, ist es also wichtig, mehr als nur die letzten 24 Stunden einer Nicht-Beziehung zu betrachten, um das männliche Scheitern nachvollziehen zu können. Noch wichtiger ist aber die Charakteristik des verschmähten Mannes. Und dabei wird sich schnell herausstellen, dass es oft der gleiche Typ Mann ist, dem die “Nettigkeit” immer wieder an den Kopf geknallt wird.

Was sind diese armen Würstchen nun für Männer ? Max z.B. ist dunkelhaarig, über 1,85 Meter groß und wiegt mindestens 80 Kilo. Ergo: Am äußeren Erscheinungsbild kann’s nicht liegen. Es müssen also andere Eigenschaften sein, die einen netten Mann für immer verdammen. Eine kleine Umfrage in meinem weiblichen Freundeskreis gibt Aufschluss: Das Weichei (so nennt frau ihn gerne) gehört in das Leben einer jeden Frau. Und keine möchte auf ihr Weichei verzichten, denn frau kann nie wissen, wann wieder eine Selterskiste geschleppt oder die Wohnung renoviert werden muss. Ja, das sind die Weicheier: Hilfsbereit ! Natürlich ist jeder von uns mehr oder weniger hilfsbereit und höflich dem zarten Geschlecht gegenüber, aber man sollte es nicht übertreiben. Es ist eben schon ein kleiner Unterschied, ob man einer Frau in den Mantel hilft oder ihr drei Selterkisten in den den vierten Stock rauf schleppt. Und der Unterschied besteht nicht nur aus 54 Treppenstufen und einem Gewicht von 27 Kilo Flüssigkeit. Diese bedingungslose Hilfsbereitschaft ist wohl in der Kindheit verwurzelt. Ich kann mir gut vorstellen, wie Max' Mutter ihrem Sohn immer wieder einbläute, im Bus älteren Damen seinen Sitzplatz anzubieten. Seitdem überkommt den armen Max beim Anblick einer Frau scheinbar sofort die Assoziation des hilflosen Wesens. Nur hat er dabei vergessen, dass er mit der alten Frau aus dem Bus wahrscheinlich nie ins Bett gehen würde. Jedenfalls hat der arme Max weder mit der alten Frau aus dem Bus noch mit seiner Angebeteten Sex. Statt dessen spielt er ihr das Hündchen. Und seine Flamme genießt das. Schließlich ist so ein zweibeiniges Hündchen sehr wohltuend. Zum Beispiel, wenn das weibliche Ego mal etwas angekratzt ist: Wer wird nicht gerne angebetet ? Eine Gegenleistung ist allerdings nicht zu erwarten. Und Sex mit Max kommt schon gar nicht in Frage. Schließlich ist Sex mit Tieren in Deutschland verboten.

Dabei ist das Weichei grundsätzlich keine Vogelscheuche. Also durchaus einer, mit dem sich frau sehen lassen kann. Seine Geschlechtsgenossen mögen ihn, weil er für sie keine Konkurrenz ist. Die Frauen mögen ihn, weil er so verständnisvoll ist und sie stundenlang mit ihm quatschen könne. Über ihre Beziehungen zu anderen Männern. Oder weil er so witzig ist. Oder im schlimmsten Fall beides ! Vielleicht sehen sie ihn aus diesem Grund auch als asexuell an. Wer möchte schon mit seinem Psychotherapeuten schlafen ? Oder mit Typen wie Didi Hallervorden ins Bett gehen ? Der wichtigste Weichei-Charakterzug ist aber, dass er aus weiblicher Sicht nicht eigentlich männlich ist, und das macht ihn langweilig. Und langweilig ist in der Frauensprache das Synonym für nett.

Ein anderer Bekannter von mir, Kai, ist übrigens genau das gegenteil von Max. Mit ihm wollen die Frauen immer ihre Matratze teilen. Eigentlich kann ich mich an keine Zeit erinnern, in der Kai mal alleine geschlafen hat. Mir völlig unverständlich, denn ich kann nicht sagen, dass er einen besonders netten Eindruck macht. Klar kann er charmant und witzig sein, aber nur, wenn’s dem Aufriss dient. Und faul ist er obendrein ! Alle seine ehemaligen Freundinnen haben Oberarme wie Arnold Schwarzenegger, weil sie nicht nur ihre eigenen Selterskisten in den vierten Stock schleppen mussten, sondern auch noch seine Bierpacks.

Tja, und der gute Max ? Im Grunde bleibt dem Mann nichts anderes übrig, als selbst Hand an sich zu legen. Sprich: Weg mit dem Weichei-Image. Nun ist es nicht leicht, sich zu ändern. Wenn man aber nur die Wahl zwischen einer Metamorphose und Askese hat, sollte einem die Entscheidung nicht schwer fallen. Da die Frauenwelt offenbar “unausstehlich” mit “männlich” gleichsetzt und auf die harten Kerle abfährt – sollen sie sie haben ! Zwei Punkte sind dabei ganz wichtig. Erstens: Man darf die Angebetete nie merken lassen, dass sie die einzige wirklich wichtige Frau ist. Deshalb umgibt sich der kluge Mann immer mit anderen, natürlich möglichst gutaussehenden Frauen. Nicht zuletzt um den Anschein zu erwecken auf dem Beziehungsmarkt heißbegehrt zu sein. Und zweitens muss unbedingt der Leitspruch verinnerlicht werden: “Willst du was gelten, mach dich selten.”

Sehr eindrucksvoll kann dieses Motto umgesetzt werden, wenn man sich verabredet und dann das Date kurzfristig unter einem fadenscheinigen Grund wieder absagt. Fatal wäre es, wenn die Frau den Termin cancelt, bevor es der Mann tun konnte. Auch wenn man anschließend den ganzen Abend vor dem Fernseher sitzt, sich die tausendste Wiederholung von “Enterprise” anschaut und immer an sie denken muss: Hart bleiben! Klingelt das Telefon und die Frau der Träume ist am anderen Ende, weiß man genau: Gewonnen !

Also, immer dran denken: Nie wieder verständnisvolle Gespräche, die sich über Stunden ziehen. Nie wieder Angebote, beim Umzug zu helfen oder die komplette Wohnung zu renovieren. Und speziell ein Ratschlag für Max: Fahr sie nach dem nächsten Date nicht mehr bis an die Haustür, sondern setzte sie an der nächsten Bushaltestelle ab. Und vor allem: Ruf sie nie wieder an !

(Quelle: Internet-Fundstück)

19.4.16 20:00, kommentieren

Die Warmhalte-Taktik

Hand hoch! Wer kennt es... Leute, die um jemanden „kämpfen“ und/oder erstmal „abwarten“ (in der Hoffnung dem Gegenüber fällt endlich auf, was für eine tolle Person man selber ist).

Ich war mal so frei und habe einiges zusammengefasst, was natürlich nicht nur meinem eigenen persönlichen Erfahrungsschatz entspringt:

Oft gibt es Situationen im Leben, da bedarf es massenhaft an Geduld und Zuversicht…auch im zwischenmenschlichen Bereich. Man lernt jemanden kennen, alles erscheint zunächst toll, dann -urplötzlich- kommt die Ernüchterung.

Es ist schon der Wahnsinn, was in mancherlei Leben so los ist. Egal ob es noch nicht verarbeitete Beziehungen, innere Kämpfe mit sich selbst und einfach nur eine extrem ausgeprägte Entscheidungsschwäche ist.

Gerade bei bestimmten Aussagen liegt der Verdacht nahe, dass der/die vermeintliche Traumprinz/-prinzessin noch (eine oder mehrere) Andere am Start hat, aber das nicht offen zugeben möchte, weil man sonst schlagartig die Flucht ergreifen könnte. Klar kann es sein, dass im folgenden genannte Gründe auch tatsächlich existieren, aber in solchen Situationen sollte man sich oftmals auf sein Bauchgefühl verlassen. Bei bestimmten Aussagen ist die Wahrscheinlichkeit nunmal recht hoch, dass man in der Hinhalte-Warteschleife sitzt.

Hier einige Beispiele:

- Ich bin zurzeit einfach noch nicht bereit für was Festes.

Vorsicht, die klassischste aller Ausreden. Hier spielt oft die emotionale Abhängigkeit von dem/der Ex eine Rolle. Evtl eine noch nicht allzulang zurückliegende Trennung, die noch nicht verarbeitet wurde.Hier wird meistens auf Risiko gespielt und Gefühle eurerseits werden investiert. Seid bitte nicht so naiv zu glauben, das da vllt doch mehr sei. Man ist solange interessant, wie man sich rar macht, ab dem Moment wo wieder offensichtliches Interesse von eurer Seite bekundet wird, kommt wieder die alte „Ich bin noch nicht bereit…“ -Aussage.

- Ich will im Moment keine Beziehung.

Auch hier verhält es sich meist, wie bei vorheriger Aussage. Hier steht wahrscheinlich unverbindlicher Sex im Vordergrund, ohne jede Art von Verpflichtung. Hier gibt es keine versteckten Aussagen, er/sie meint das wirklich so. Es wäre sehr naiv hier zu denken, dass sich diese Aussage evtl zurücknehmen bzw ändern lässt, wenn er/sie einen besser kennen lernt, ganz getreu dem Motto „Er/Sie muss mich nur noch besser kennen lernen, dann ändert er/sie seine/ihre Meinung schon noch.“Nein, nein und nochmals nein. Wir sind alle keine 14 mehr, bitte verhaltet euch auch nicht so. Seid Realistisch.

- Traumatisiert von der Ex

Fakt ist: JEDER ist traumatisiert von der/dem Ex. Ganz ehrlich, jeder sollte in der Lage sein, Geschehnisse und Personen zu differenzieren. Personen, die allerdings solche Aussagen tätigen, sind in erster Linie zu schlicht und auch zu mutlos, sich überhaupt in irgendeiner Art und Weise festzulegen. Natürlich hat jeder seine Vergangenheit und seine Erfahrungen gemacht, jedoch ist es mehr als ungerecht, jemanden für die Fehler zu bestrafen, die sein/-e Vorgänger/-in gemacht hat… das will doch letztendlich niemand.

- Ich brauche mehr Zeit.

Hier lautet natürlich die erwünschte Antwort des Gegenübers „Ich gebe dir alle Zeit der Welt“…. Was für ein Bullshit. Warum investiert man bitte soviel Zeit, Gefühle und Gedanken an jemanden, der nicht zu Potte kommt. Aus welchen Gründen auch immer. Es spielt wie in allen anderen Fällen keine Rolle, wieso/weshalb/warum er/sie sich so verhält. Er/Sie kann einem nicht das geben, was man will und braucht. Die zentrale Frage die sich hier stellt: Ist das ok für mich oder nicht? Wenn nicht, so zieht doch bitte eure Konsequenzen draus und macht euch nicht noch weiter unglücklich.

- Ausreden bei nicht eingehaltenen Versprechen/Verabredungen

Leider stapeln sich mit der Zeit auch eine Reihe von Ausreden, die vor allem bei geplatzten Verabredungen zutage kommen. Dabei ist es völlig irrelevant, ob man gerade beruflich sehr eingespannt ist, der Freund/Bekannte/Bruder oder die Oma des Cousin dritten Grades gerade Hilfe brauchte, man selber wochenlang einer todbringenden Vogel-/Schweine- oder Fledermaus-Grippe verfallen war, das Auto kaputt oder sonst irgendein Notfall eingetreten ist, weshalb eine Verabredung oder ein Versprechen nicht eingehalten werden kann. Ich bitte auch hier wieder zu unterscheiden, das selbstverständlich diese Gründe durchaus plausibel und menschlich sind, jedoch die Häufigkeit im Gebrauch der oben aufgeführten „Notfälle“ hier ausschlaggebend ist.

- Ich leider unter Beziehungsangst.

Erinnert mich immer an die ganzen selbstdiagnostizierten Legastheniker. Ich kann auch auch Google zu meinen Kopfschmerzen befragen und als Top-Antwort „Gehirntumor“ erhalten. Natürlich gibt es Leute, die wirklich unter Beziehungsangst leiden. Aber hier sollte man als Betroffener dann auch gewillt sein, zu handeln und sich diesbezüglich Hilfe zu suchen.

FAZIT:

Natürlich gibt es Ausnahmen bei denen oben genannte Gründe auch der Tatsache entsprechen, aber macht euch bitte nichts vor. Außer Tränen und jede Menge Kopfkino führt so etwas meistens zu nix.

Oftmals ist es zu guterletzt ja leider sogar oftmals der Fall, das massenhaft Zeit und Gefühle investiert werden, bis das Fass derart übergelaufen ist und man seine eigenen Konsequenzen daraus zieht….und dann -wie aus dem nichts- hat der/die Angebetete plötzlich jemand Neues. Eine/-n feste/-n Freund/-in versteht sich. Mit offizieller Beziehung und dem ganzen Drumherum.

Für eine Beziehung kann man nunmal keinen Zeitpunkt festlegen. Wenn man sich in jemanden verliebt, lässt sich das nicht planen. Vor allem will man dann erst recht keine Wartezeit verbringen.

Die klassischen oben genannten Aussagen sind oft unfair und in der Meistzahl der Fälle nichts anderes als eine Warmhaltetaktik, nennen wir es ruhig mal beim Wort. Auch wenn die Person vielleicht ihre Gründe dazu hat. Sehr wahrscheinlich hat es in diesen Fällen mit Euch einfach nicht gepasst.

Falls auch du dich in solch einer Situation wiederfindest, und selbst mein gutgemeintes „ich versuche dir das mal vor Augen zu führen, damit du verstehst, das das Ganze echt keinen Sinn macht“ immernoch nicht geholfen hat, so möchte ich dir noch folgendes mit auf den Weg geben:

Es gibt Menschen (vor allem in erster Linie Frauen), die tun so als wäre es eine Errungenschaft wenn sich jemand nach ewigem Hin und Her endlich für sie entscheidet, ganz nach dem Motto "am Ende landet er/sie sowieso bei mir". Aber meines Erachtens nach, ist es das nicht. Das heißt nur, dass du am Ende die 2. Wahl bist oder die "andere Wahl" weil vorher immer jemand oder etwas anderes Priorität hatte.Und ganz ehrlich…Wer will schon der Trostpreis sein? Wenn jemand von Anfang an nicht davon überzeugt ist, dass ihr es seid, den/die er will, dann braucht er nach seiner "Bedenkzeit" eigentlich auch nicht mehr ankommen.

Damit möchte ich auf gar keinen Fall, das ihr das Kämpfen um etwas oder jemanden sein lasst, ganz im Gegenteil! Jedoch gilt hier immer sehr gut darüber nachzudenken, ob sich dieser anstrengende und kräftezehrende „Kampf“ wirklich lohnt oder ob ihr damit nur die Chance verpasst, jemanden kennen zu lernen, der Euch wirklich glücklich machen könnte. Es heisst schließlich nicht umsonst:

„Vielleicht solltest Du mal dem Richtigen die Chance geben, dich glücklich zu machen. Statt dir vom Falschen immer wieder die Chance nehmen zu lassen, glücklich zu sein..“

Und ihr verdient es, jeder einzelne von Euch
– weil jeder von Euch für irgendjemanden „Der/Die Eine“ ist.

18.4.16 20:35, kommentieren